Die Cartons du Coeur (Pakete die von Herzen kommen) leisten bedürftigen Menschen, die darum ersuchen, Hilfe in Form von Nahrungsmitteln und hygienischen Produkten für den täglichen Bedarf.
Die Cartons du Coeur sind weder dazu berufen noch haben sie das Ziel, offizielle oder private soziale Dienste zu ersetzen.
Personen, welche die angebotene Hilfe in Anspruch nehmen möchten, haben keinerlei Formulare auszufüllen und werden nicht Gegenstand administrativer Untersuchungen. Eine kurze Befragung findet nur statt zur Abklärung der Anpassung der Pakete an die Familiengrösse, spez. Diäten etc. Eine Diskussion muss jedoch eingeleitet werden in denjenigen Fällen, in denen die Hilfeleistung regelmässig in Anspruch genommen wird. Diese Gespräche haben hauptsächlich zum Ziel, mit der anfragenden Person abzuklären ob ihre Situation nicht einen Anspruch auf Unterstützungsbeihilfe durch die Sozialfürsorge rechtfertigt. Die Hilfeleistung der Cartons du Coeur ist eher als Brücke oder Fingerzeig zu verstehen die es ermöglichen, eine vorübergehende Krise zu überwinden. Sie kann nicht als permanente, unverzichtbare Stütze betrachtet werden. Der erwähnte Dialog dient im Weiteren dazu, eventuellem Missbrauch oder dem In die Länge ziehen hinkender oder ungesunder Situationen vorzubeugen.
Grundsätzlich sollten sich Asylbewerber sowie Personen, welche bereits durch die öffentliche Hand unterstützt werden, nicht an die Cartons du Coeur wenden da ihr Lebensminimum bereits gesichert ist. Diesem Personenkreis kommen Hilfeleistungen nur ausnahmsweise zu.
Die Anonymität der Hilfeempfänger der Cartons du Coeur wird unter allen Umständen gewissenhaft gewahrt. Die Personen, welche zum Wohle der Vereinigung freiwillig tätig sind verpflichten sich, dieses Geheimnis nicht zu brechen.
Sie sind sich im Weiteren ständig darüber bewusst, dass Menschen, die sich an sie wenden, durch ihre prekäre Situation (nicht nur Geldmangel, sondern öfters auch lang andauernde Arbeitslosigkeit, familiäre Krisen etc.) in gewissen Fällen als Behinderte des Lebens betrachtet werden können. Selbstverständlich wird alles daran gesetzt, die Würde dieser Menschen nicht zu verletzen und ihnen niemals den Eindruck eines zu ihren Ungunsten wirkenden Kräfteverhältnisses zu vermitteln. Man darf ausserdem nicht vergessen, dass diese Menschen innerlich zerrissen sein können und sie folgedessen zeitweilen nicht wie Menschen in normaler Lebenssituation reagieren.
Niemals wird von den Hilfeempfänger für diese Leistungen Geld verlangt. Verkauf von Waren zu Vorzugspreisen, Dienstleistungen etc, sind nicht die Aufgabe der Cartons du Coeur.
Im Falle der Zusammenarbeit mit anderen Organen die eine ähnliche oder ergänzende Zielsetzung haben (Arbeitslosenverbände, Gemeinden, soziale Institutionen etc.), bewahrt die Vereinigung Les Cartons du Coeur immer ihre vollständige Unabhängigkeit. Die Regionalstellen können Statuten und organisatorische Aufstellungen erstellen; diese dürfen jedoch in keinem Fall im Widerspruch mit dieser Charta stehen.
Abgesehen von den allgemeinen, oben aufgeführten Grundsätzen, welche für alle Regionalstellen der Cartons du Coeur verbindlich sind, versteht es sich von selbst, dass jede dieser Regionalstellen ihr eigenes Kolorit bewahrt. Somit organisiert sich jede dieser Stellen selbst und handelt gemäss den Eigenschaften der Personen, aus denen sie sich zusammensetzt, mit ihren Stärken und Schwächen, der lokalen Mentalität etc. Die Koordination der Aktivitäten muss sichergestellt sein damit alle Kräfte vereint werden können, Doppelspurigkeiten vermieden werden und die Möglichkeit gegeben ist, aus anderweitig gemachten Erfahrungen Nutzen zu ziehen.
Besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist der Art und Weise, wie die für die Herrichtung der Pakete benötigten Geldmittel gesammelt werden. Der Name Les Cartons du Coeur darf niemals als Sprungbrett für kommerzielle Werbekundgebungen oder zur Vermarktung von Produkten preisgegeben werden. Die Cartons du Coeur werden angetrieben durch das Ideal der Gerechtigkeit, der Humanität, der Nächstenliebe, welches die Achtung vor der Ethik einschliesst. Jede Zweigstelle der Organisation muss sich darüber bewusst sein, dass ihr Handeln nicht nur sie selbst verpflichtet, sondern dass alle anderen Regionalstellen direkt oder indirekt von ihrem Handeln betroffen sind.